Kwazakhele-Kindergartenprojekt in Südafrika (Port Elizabeth)

Kwazakhele-Kindergartenprojekt

Port Elizabeth ist eine Hafenstadt in der Ost-Kapprovinz Südafrikas. Es ist die fünftgrößte Stadt in diesem Land. Die Spuren der Apartheid sind, wie in allen südafrikanischen Städten, noch deutlich in der Stadtaufteilung zu sehen. Im südlichen Teil befindet sich der Hafen und entlang des Strandes die teuren Wohngebiete der Weißen, mit Hotels und Villen. Im Norden grenzen verschiedene Townships an die Stadt (Kwazakhele, Swede, …). In Kwazakhele leben ungefähr 150 000 Menschen in kleinen Steinhäusern oder Wellblechhütten. Manche von ihnen besitzen Strom, Wasser und Toiletten, andere haben lediglich Latrinen und müssen ihr Wasser von einem öffentlichen Wasserhahn holen. Die Arbeitslosenrate in Südafrika liegt bei ungefähr 65%.

Im Rahmen eines DAAD-Stipendiums studierte ich von Januar bis November 2001 Ethnologie an der Universität Port Elizabeth (UPE). Durch die Freundschaft zu Asa, meiner schwedischen Mitbewohnerin, welche Krankenschwester studierte, kam ich in Kontakt mit einer Professorin (Jill von der Marwitz), die sich sehr in dem Township Kwazakhele engagiert. Ich begleitete sie oft und bekam Einblick in das Leben der ärmeren schwarzen Bevölkerung.

Gemeinsam mit meinen Kommilitonen widmete ich mich einem besonderen Projekt: Wir besuchten regelmäßig Pauline Pike, welche mit viel Elan versucht, das Leben in Ihrer Gemeinschaft zu verbessern. Vor einigen Jahren gründete sie mit anderen Frauen eine Gruppe, welche sich persönlich dafür einsetzte, die Straßen in Kwazakhele zu säubern. Mit großen Müllsäcken bewaffnet sammelten sie eigenhändig den Abfall auf und brachten ihn zu einer Sammelstelle. Später eröffnete Pauline eine Kindertagesstätte für Straßenkinder in Kwazakhele, welche sie heute mit anderen freiwilligen Mitarbeiterinnen aus dem Township leitet.

Es begann damit, dass sie ungefähr 40 Kleinkinder im Alter von 3-6 Jahren in ihrer eigenen 1-Zimmer Wellblechhütte tagsüber beaufsichtigte, um sie vor den Gefahren der Strasse zu bewahren (Kindesmisshandlung, Alkoholmissbrauch, AIDS, sexueller Missbrauch, Prostitution…). Pauline versucht, den Kindern eine sichere Umgebung und mindestens eine warme Mahlzeit am Tag (normalerweise ein Teller Maisbrei) zu geben. Sie finanzierte all dies aus ihren eigenen Mitteln. Doch mit zunehmender Anzahl der Kinder konnte sie deren minimalen Bedürfnissen nicht mehr nachkommen und bat daher die Sozialarbeiter im Township um Hilfe. Abends kehren die Kinder wieder in ihre Familien zurück. Sie leben bei ihren Eltern, welche aber nur selten selbst in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern. Arbeitslosigkeit, Alkohol/ Drogen und AIDS sind verbreitete Ursachen für die Probleme.

Wir besuchten die Kinder regelmäßig, brachten Obst und versuchten, ihnen mit Spielen einen schönen Tag zu schenken. Immer mehr internationale Studenten engagierten sich für die Kinder. Nach wenigen Monaten konnten wir mit Hilfe verschiedener Spendenaktionen und durch unsere eigenen Gelder ein Haus für den provisorischen Kindergarten mieten- kurz bevor sie aus der Wellblechhütte vertrieben wurden. Mit Hilfe der Professorin Jill von der Marwitz und einem Spendenfond von UPE, versuche ich mit meinen Freunden genug Geld für dieses kleine Projekt zusammen zu bekommen, um den Kindern eine dauerhafte Zufluchtsstätte mit ausreichender Versorgung zu gewähren. Wir schrieben Artikel in Zeitungen, baten Freunde und Verwandte um Spenden. In unserem Haus in Port Elizabeth veranstalteten wir eine Party, um auch unsere Freunde und Bekannte in Südafrika dafür zu begeistern. Während des letzten Jahres besuchte ich die Kinder mindestens einmal pro Woche im Township. Es ist erstaunlich, wie viel man mit einfachen Mitteln in solch einer kurzen Zeit erreichen kann. Einige der älteren Kinder konnten sogar mit Schuluniformen ausgestattet werden und regelmäßig zum Unterricht gehen. Schulgelder und Bücher für einige Kinder konnten ebenfalls durch die Spenden finanziert werden. Die Eltern waren dankbar für die Hilfe und einige organisierten gemeinsam mit Pauline einen kleinen Kleidermarkt, wo Spendenkleider, welche nicht in der Größe der Kinder waren, zugunsten des Kindergartens verkauft wurden. Von dem Erlös wurden wieder einige Mahlzeiten und die Miete für den nächsten Monat bezahlt.

Die Situation in Kwazakhele hatte sich jedoch abermals drastisch verschlechtert. Als ich nach einem Praktikum in der Transkei wieder nach Kwazakhele zurückkam, hatte sich die Anzahl der Kinder auf 120 erhöht. Das gemietete Haus mit seinen ca. 20 Quadratmetern platzt inzwischen aus allen Nähten. Hiermit bestätigt sich, dass die Situation im Township dringend nach einer Kindertagesstätte verlangt. Es existieren bereits einige wenige solcher Tagesstätten in Kwazakhele, doch für alle muss man zahlen. Da viele der Eltern arbeitslos sind oder das Geld nicht haben, sind die Kinder auf der Straße, wo sie ständig mit den genannten Gefahren konfrontiert werden.

Jill von der Marwitz berichtete mir von dem Plan, ein eigenes Haus für den Kindergarten zu bauen. Ein Grundstück wurde bereits gefunden. Hierbei soll eine Grünfläche zum Spielen und ein kleiner Gemüsegarten angelegt werden, damit sich die Kinder nicht den ganzen Tag in dem stickigen Raum aufhalten müssen. Weiterhin spielen die mangelhaften sanitären Anlagen eine wichtige Rolle. Momentan gibt es eine Toilette ohne fließend Wasser. Viele Krankheiten (u.a. Krätze und auch Aids) breiten sich auf dem engen Raum spielend leicht aus. Die Krankenschwesterstudenten der Universität werden sich auch weiter, so gut es geht, um das gesundheitliche Wohl der Kinder kümmern; – doch es ist schier unmöglich, so viele Kinder auf so engem Raum zu versorgen. Mit einem größeren Haus soll auch diesen Problemen Abhilfe geschaffen werden.

Die Betreuer der Kinder kommen alle aus dem Township selbst. Sie beaufsichtigen die Kinder unentgeltlich. Ein weißes Ehepaar fährt einmal wöchentlich zu großen Supermarktfilialen und sammelt Brot und Gemüse vom Tag zuvor ein, welches dem Kindergarten gespendet wird. Durch das Interesse der internationalen Studenten und die soziale Arbeit einiger Weißen in Port Elizabeth entsteht möglicherweise auch eine bessere Kommunikation zwischen den Menschen, die durch die Apartheidpolitik getrennt wurden. Die Barrieren der Apartheid und Vorurteile sind immer noch sehr in den Köpfen der Menschen verankert (so verboten zum Beispiel einige Eltern ihren Töchtern im Rahmen der Krankenschwesterausbildung ein Praktikum im Township). Wenn wir durch unsere Arbeit in Paulines Kindergarten eine Tür einen spaltweit geöffnet haben, so findet sich möglicherweise jemand, der sie aufstößt und dort weitermacht, wo wir aufgehört haben.

Die wichtigsten Brennpunkte im Township sind Bildung und Gesundheit. Mit Ihrer Spende können diese Kinder in einem lebenswürdigen Umfeld aufwachsen und eine Schule besuchen. Helfen Sie mit Ihrer Spende und geben Sie den Kindern eine Chance auf Zukunft. Eine abzugsfähige Spendenbescheinigung wird ausgestellt … .

Enkosi (Vielen Dank),
Lenka Tucek

Spendenkonto: Freireligiöse Jugend Karlsruhe

Postbank Karlsruhe
Konto-Nr. 222 537-753
„Südafrika“
(BLZ 660 100 75)

Weitere Informationen und Fotos finden Sie auf unserer Homepage …

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